Die Dresdner Tourismuswirtschaft und die Folgen der Coronapandemie - Teil 2: Die Incoming- und Reiseagenturen

Frau Renger von Erlebnistouren Renger bringt die Sorgen und Ängste der Branche auf den Punkt: „Da kein Ende des Lockdowns in Sicht ist und keine Strategie außer alles dicht zu machen, können wir kaum für die Zukunft planen. Der jetzt häufiger zu vernehmende Aufruf nach vorn zu schauen, wird zur Farce. Es ist ungewiss, wann das Beherbergungsverbot aufgehoben wird, Gaststätten, Geschäfte, Theater, Museen wieder öffnen dürfen“.

Ein ähnliches Bild zeichnet Frau Anke Herrmann, Inhaberin des Dresdner Aktivreiseveranstalters AugustusTours die neben dem Aktivreisegeschäft viele internationale Reisegruppen betreut. „Unsere britischen Gäste gehen davon aus, dass frühestens im Juni 2021 wieder Reisen stattfinden. Und laut jüngster Aussage der Deutschen Zentrale für Tourismus werden wir international wohl erst 2023 wieder in normaleren Fahrwassern sein. Das Fehlen der internationalen Gästen verspüren wir auch bei den Aktivreisen. In diesem Bereich kommt hinzu, dass auch deutsche Gäste im Moment nur sehr verhalten ihren aktiven Sommerurlaub anfragen oder gar buchen. Normalerweise müssen wir im Januar und Februar Überstunden machen. Jetzt sind die Kollegen zum Teil noch in Kurzarbeit und betreuen ihre kleinen Kinder. Mitarbeiterinnen ohne betreuungspflichtige Kinder sind jedoch wieder zu 100% im Einsatz. Das hat vor allem damit zu tun, dass wir dank der Erfahrungen aus dem Vorjahr optimistisch auf den Sommer schauen. Wir gehen davon aus, dass es wieder eine sehr große Nachfrage bei Aktivreisen geben wird und wir alle Arbeiten, die sonst über das Jahr verteilt anfallen, gleichzeitig machen müssen. Daher schulen wir intern alle Kollegen für das Aktivreisegeschäft, investieren in unsere Software und tun alles, um die Saison optimal vorzubereiten und für viele parallel laufende Anfragen und Buchungen gewappnet zu sein.“

Herr Puschmann von SACHSENTRÄUME hat während des guten Sommergeschäft 2020 ein hohes Kundeninteresse am Outdoorveranstaltungen mit Bezug zur heimischen Natur verzeichnet. In der ersten Zeit nach dem Lockdown bestand der überwiegende Teil der Arbeit in der Rückabwicklung von bereits gebuchten Veranstaltungen.  Zudem berichtet Herr Puschmann: „Außerdem erleben wir bei den Kunden eine große Unsicherheit, was wiederum zu einer großen Zurückhaltung bei Buchungen für 2021 führt. Wir können im Moment nichts weiter tun, als das Team zu verkleinern und die Kosten massiv zu reduzieren“.

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