Die Dresdner Tourismuswirtschaft und die Folgen der Coronapandemie - Teil 1: Die Gästeführer

Über den Dresdner Tourismusverband e.V. (TVD) wurden die Mitglieder der Verbandes aufgefordert eine Einschätzung über den Istzustand ihres Unternehmens, die Folgen und die Zukunftsaussichten für sich und die Branche zu formulieren.

Der Vorsitzende des TVD, Herr Johannes Lohmayer stellt dazu passend fest: „Die Tourismusbranche braucht dringend eine verlässliche Öffnungsperspektive. Gab es während des ersten Lockdowns noch viel Optimismus und Aufbauwillen, herrschen inzwischen Verunsicherung und Verzweiflung vor. Dies ist der katastrophalen Kommunikation der Politik ebenso geschuldet wie auch ihrem besorgniserregenden Versagen beim Auskehren von Hilfsleistungen und dem derzeit desaströsen Impfgeschehen“.

Gästeführer, die in der Regel Soloselbstständige sind, können schon seit Monaten nicht ihrem Beruf nachgehen. Keine Touristen besuchen Dresden, dass bedeutet für sie - keine Stadtführungen, Bus- bzw. Tagesbegleitungen. Da Sie ihren Lebensunterhalt aus ihren Einnahmen bestreiten und nur geringe Fixosten haben, fallen Sie bei vielen verschiedenen Hilfsprogrammen des Bundes und der Länder durch das Raster. Zudem verfügen viele über keinen Steuerberater, der unbedingt für die Antragsstellung erforderlich ist. Einige hatten im vergangenen Jahr den einmalig gezahlten Coronazuschuss der Landeshauptstadt Dresden über 1000 Euro erhalten. Anträge für auf November- und Dezemberhilfe wurden gestellt und teilweise ausgezahlt. Frau Carola Knipping, stellvertretende TVD-Vorsitzende und Gästeführerin: „Viele Gästeführer mussten trotz allem Sozialhilfe beantragen oder sind bereits in andere Branchen abgewandert - vom Job als Kassiererin bis hin zum Wiedereinstieg in den ehemaligen Beruf. Es bleibt also die große Frage, wer von den Kolleginnen und Kollegen nachher wieder am Markt sein wird“.

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