Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutschen Tourismus - Teil 1

Über das Magazin „Reiseland Sachsen“ des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. wurden wir auf eine Studie der dwif-Consulting GmbH aufmerksam. Die dwif-Consulting GmbH stellt über ihren Infopool in regelmäßigen Abständen wertvolle und hilfreiche Informationen und Praxisleitfäden für Tourismusbranche und einer breiten interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

1. Umsatzausfälle im deutschlandweiten Tourismus auf Grundlage der amtlichen Statistik der Übernachtungszahlen
Für den Zeitraum von März bis Dezember beläuft sich der Umsatzrückgang auf rund 69 Mrd. Euro und verteilt sich annährend zu gleichen Teilen auf den Tagestourismus (Tagesausflüge und -geschäftsreisen) und den Übernachtungstourismus (Privatquartiere, Touristik- und Dauercamping, Reisemobilisten). Allein für die vom Lookdown am stärksten betroffenen Monate (März, April, Mai, Juni, November und Dezember) beläuft sich der Verlust auf 50,8 Mrd Euro.

2. Nachfrage im Beherbergungsgewerbe (Januar bis November 2020)
Deutschlandweit gab es einen Rückgang von rund 169 Mio. Übernachtungen. Für die deutschen Gäste ist ein Rückgang von rund 31%, für die ausländischen Gäste ein doppelt so hoher Rückgang zu verzeichnen. Auf die einzelnen Monate umgemünzt ergibt sich ein Rückgang zwischen -16% bis -62%. Zudem lässt sich ein großer Unterschied zwischen den Feriendestinationen gegenüber den Stadtdestinationen festzustellen. Bei den Städten beträgt der Rückgang durchschnittlich -55%, für Küstenregionen -17,4%, Seeregionen -20,7%, Bergregionen -22,2% Mittelgebirge -34,6%. Die Küsten- und Ferienregionen hatten somit 2020 einen deutlich geringeren Verlust gegenüber den Städten zu verzeichnen. Diese Diskrepanz lässt sich gut an den beiden regionalen Extremen - Lausitzer Seenland (-5,0%) und Berlin (-62,0%) aufzeigen.
Bei der Art der Unterkunft gibt es auch große Unterschiede. Der Campingtourismus hat die wenigsten Verluste (-3,8%) zu beklagen. Ferienwohnungen (-14,2%), Hotelerie (-43,5%). Am größten ist der Einbruch im Gruppenreisesegment (-55,1%).
Anhand der Zahlen lässt sich gut belegen, dass das Segment der Kurzreisen im Jahr 2020 gegenüber dem Gruppengeschäft weniger Verluste zu beklagen hat. Es ist zu erwarten, dass nach den Lockerungen der Einschränkungen das Kurzreisegeschäft einen deutlichen Buchungsansturm zu erwarten haben. Hingegen das klassische Incoming- bzw. Gruppenreisegeschäft wird noch einige Jahre benötigen, bis es wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie sein wird.

3. Auslastungen, Preisentwicklung und Umfrage des Gastgewerbes
Die durchschnittliche Auslastung der Hotellerie in Deutschland ist von 71,7% (2019) auf 31,8% (2020) gesunken. Das ist ein Rückgang von56%. Der Preis pro ÜN ist um -13% verändert. Der RevPAR sank um -62%. Außerdem hat die DEHOGA in Kooperation mit der dwif eine Umfrage gestartet. Dabei gaben
-76% der befragten Betriebe an, dass sie durch die Coronakrise ihre Existenz gefährdet sehen
-61% befürchten einen Abgang ihrer Fachkräfte in andere Branchen
-48% der Betriebe schätzen länger als 12 Monate zu benötigen, bis sie das Nachfrageniveau von 2019 erreicht haben
-bei 43% der Betriebe ist der Umsatz des gesamten Jahres 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich gesunken

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